Blinkerrückstellung bei der R 1100 GS: Wenn der Daumen nicht mehr mitspielt

Blinkerrückstellung bei der R 1100 GS: Wenn der Daumen nicht mehr mitspielt
Im GS-Forum hat kürzlich ein Mitglied eine Frage gestellt, die auf den ersten Blick klein wirkt, aber für viele Fahrer älterer Boxer-GS ganz praktisch relevant ist. Die betreffende Person hat sich eine R 1100 GS zugelegt und stellt fest, dass sich der Blinker wegen Arthrose im rechten Daumen nur unter Schmerzen zurückstellen lässt. Gefragt wird nach Umbaumöglichkeiten, konkret nach der bekannten mechanischen Lösung von Wunderlich und danach, ob es überhaupt eine elektronische Rückstellung gibt.
Warum die R 1100 GS hier an ihre Grenzen kommt
Die R 1100 GS stammt aus einer Zeit, in der BMW die Blinkerbedienung noch komplett mechanisch und ohne jede Rückstellautomatik ausgelegt hat. Der Schalter am linken Lenkerende wird nach oben oder unten gekippt und muss danach aktiv wieder in die Mittelstellung zurückgedrückt werden, bevor er erneut betätigt werden kann. Bei einer Rechtsabbiegerei bedeutet das: Der rechte Daumen drückt den Hebel nach oben und muss ihn anschliessend wieder zurückschieben. Für Fahrer mit Arthrose oder anderen Einschränkungen im Daumengelenk kann genau diese Rückstellbewegung schnell zum Problem werden, gerade auf längeren Touren mit vielen Abbiegevorgängen.
Ein automatischer Blinker-Rückstellmechanismus, wie ihn spätere GS-Generationen teilweise über Lenkwinkel- oder Radsensoren realisieren, war bei der R 1100 GS schlicht noch nicht vorgesehen. Wer heute mit diesem Modell unterwegs ist, arbeitet also mit der reinen mechanischen Handbedienung von vor rund 30 Jahren.
Die mechanische Wunderlich-Lösung
Wunderlich bietet für die Boxer-GS-Baureihen seit Jahren einen alternativen Blinkerschalter an, der die Rückstellung erleichtern soll. Das Prinzip dahinter: Statt der klassischen Schiebebewegung mit vollem Kraftaufwand über das Daumengelenk kommt eine leichtgängigere Wippe zum Einsatz, die mit deutlich weniger Kraft und einer kürzeren Bewegung bedient werden kann. Wie genau sich das im Detail anfühlt, hängt auch von der jeweiligen Ausführung und dem Baujahr des Umbausatzes ab. Wer konkret wissen will, welche Handbewegung nötig ist, kommt kaum daran vorbei, entweder direkt bei Wunderlich nachzufragen oder sich im Forum bei jemandem zu erkundigen, der den Umbau bereits selbst verbaut hat. Foren wie das GS-Forum sind dafür genau der richtige Ort, weil dort erfahrungsbasierte Rückmeldungen von Fahrern mit ähnlichen Einschränkungen zusammenkommen.
Gibt es eine elektronische Alternative?
Eine werkseitige elektronische Rückstellung, wie sie neuere GS-Modelle kennen, lässt sich bei der R 1100 GS nicht einfach nachrüsten, weil die nötige Sensorik für Lenkwinkel oder Raddrehzahl im Fahrzeug schlicht fehlt. Es gibt aber einen pragmatischen Zwischenweg: zeitgesteuerte Blinker-Automatikrelais, wie sie im Youngtimer- und Umbauszene-Bereich verbreitet sind. Diese Module schalten den Blinker nach einer festgelegten Zeit oder nach einer bestimmten Anzahl an Blinkintervallen automatisch wieder ab, unabhängig vom Lenkeinschlag. Der Vorteil: Die Rückstellbewegung mit dem Daumen entfällt komplett, weil der Blinker sich von selbst beendet. Der Nachteil liegt auf der Hand, denn die Abschaltung erfolgt nicht situationsabhängig, sondern nach einem festen Zeitfenster, das man an das eigene Fahrverhalten anpassen sollte.
Eine weitere Option, die in der Szene diskutiert wird, ist der Umbau auf einen kompletten Schaltereinheit aus einer späteren GS-Generation mit vorhandener Selbstrückstellung. Das ist technisch machbar, bedeutet aber deutlich mehr Aufwand bei Verkabelung und Anpassung, da die Steuerlogik der jeweiligen Baureihe berücksichtigt werden muss. Für die meisten Fahrer dürfte die Kombination aus leichtgängigerem mechanischem Schalter und gegebenenfalls einem Zeitrelais der praktikablere Weg sein.
Ergonomie zählt auf der ganzen Tour
Solche Detailfragen zeigen, dass eine Reise-Enduro nicht nur über Motorleistung und Fahrwerk definiert wird. Gerade auf langen Etappen mit vielen Kurven und Kreuzungen summieren sich kleine Handgriffe schnell zu echten Belastungen für Hände und Gelenke. Wer ohnehin über die Ergonomie am Cockpit nachdenkt, findet im Zubehörangebot rund um die GS-Baureihen weitere Möglichkeiten, das Fahrerlebnis auf die eigenen Bedürfnisse zuzuschneiden, sei es bei der Sitzposition, der Windschildeinstellung oder eben bei der Schalterbedienung. Wer sich generell mit sinnvollem GS-Zubehör beschäftigen möchte, wird zum Beispiel im Hornig Shop fündig.
Für alle, die selbst schon eine Lösung für dieses Problem gefunden haben, lohnt sich ein Blick ins Originalthema im GS-Forum, dort dürften mit der Zeit weitere Erfahrungsberichte zusammenkommen.