Continental TKC 80 der zweiten Generation: Taugt der Stollenreifen für die große GS?

Continental TKC 80 der zweiten Generation: Taugt der Stollenreifen für die große GS?
Ein Stollenreifen auf einer knapp 300 Kilogramm schweren Reiseenduro klingt erst mal nach einem Widerspruch. Viel Gewicht, viel Leistung, dazu ein Reifenprofil, das eigentlich für den losen Untergrund gedacht ist – auf der Straße ist das immer ein Kompromiss. Genau an diesem Punkt setzt Continental mit der zweiten Generation des TKC 80 an und verspricht, dass sich Onroad-Sicherheit und Offroad-Tauglichkeit nicht länger gegenseitig ausschließen müssen.
Der Praxistest auf 1250er und 1300er GS
Getestet wurde der neue TKC 80 dort, wo er sich beweisen muss: auf der R 1250 GS und der aktuellen R 1300 GS. Beide Modelle bringen durch ihr Gewicht und ihre Motorleistung besondere Anforderungen an einen Reifen mit sich, gerade wenn es um Reiseenduros mit klassischem Stollenprofil geht. Ein Reifen, der hier eingesetzt wird, muss auf nasser Landstraße genauso zuverlässig funktionieren wie auf grobem Schotter oder losem Untergrund – zwei Welten, die sich nur schwer unter einen Hut bringen lassen.
Im direkten Vergleich zur Vorgängergeneration zeigt sich, wie viel Entwicklungsarbeit in das neue Profil geflossen ist. Auf feuchtem Asphalt überzeugt der TKC 80 mit einem Grip-Niveau, das man einem so aggressiven Stollenreifen zunächst nicht zutraut. Gerade beim Bremsen und in Schräglage auf nasser Fahrbahn macht sich die überarbeitete Gummimischung bemerkbar, die offenbar gezielt auf mehr Nässehaftung ausgelegt wurde, ohne dabei die Offroad-Eigenschaften zu opfern.
Wo der Reifen seine Stärken ausspielt
Auf losem Schotter und lockerem Untergrund zeigt sich dann die eigentliche Domäne des TKC 80. Die tiefen, weit auseinanderstehenden Stollen greifen zuverlässig ins Gelände und sorgen für Vortrieb, ohne dass das Hinterrad bei Gasannahme sofort durchdreht. Auch beim Einlenken auf Schotter bleibt das Vorderrad vorhersehbar, was gerade bei den schweren großen GS-Modellen entscheidend ist. Ein Reifen, der hier unruhig wird, kostet auf einer 250 oder 280 Kilogramm schweren Maschine schnell die Kontrolle.
Bemerkenswert ist, wie ausgewogen sich der neue TKC 80 über die gesamte Bandbreite an Untergründen verhält. Statt eines klaren Onroad- oder Offroad-Schwerpunkts liefert er ein Verhalten, das sich eher wie ein echter Alleskönner anfühlt – genau das, was Reiseenduro-Fahrer suchen, die auf ihrer Tour mit allem rechnen müssen, von der Autobahnetappe bis zur Schotterpiste in den Alpen oder auf dem Balkan.
Fazit
Der Continental TKC 80 der zweiten Generation macht deutlich, dass sich Stollenreifen und die großen Boxer-GS keineswegs ausschließen. Wer regelmäßig abseits befestigter Straßen unterwegs ist und dabei nicht auf Sicherheit bei Nässe verzichten will, bekommt mit dem neuen TKC 80 einen Reifen, der beide Welten überraschend gut miteinander verbindet. Für R 1250 GS und R 1300 GS Fahrer, die ihre Maschine wirklich adventure-tauglich einsetzen wollen, ist das eine der interessantesten Reifenneuheiten der letzten Zeit.